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Morgengrauen beim 1.ATS am 25.04.2009.

Diese atemberaubende Milchstraßenaufnahme wurde von Michael Möckel am 22. April 2009 aufgenommen, er war wenige Tage vor dem 1. ATS bereits einmal nach Jeßnigk gereist. Das Bild entstand bei nur mittlerer Horizonthöhe mit der Canon EOS 5D (4x180sec) und beweist eindrucksvoll, was astrofotografisch im HTT-Land möglich ist. Die Fülle von zarten Dunkelnebel- strukturen und die förmliche Flut von dicht aneinander stehenden Sternen wären von einem nur mittelmäßigen Standort auch bei ausgefeiltester Bildbearbeitung nicht darstellbar.
Selbst bei Weitwinkelaufnahmen sollte man an einem 7mag-Himmel das Querformat wählen, will man das galaktische Band in seiner vollen Breite erfassen, denn auf diesem Längsformatbild ist weder am oberen, noch um unteren Bildrand der Grenzbereich unserer Milchstraße erreicht!
Nachfolgend nun 2 Auschnitte aus dem oberen Bild zur näheren Betrachtung:
Unzählige Details innerhalb des 'Great Rift'
 

Unter einem wirklich dunklen und zugleich transparenten Himmel wird so mancher Sternfreund visuell wie auch fotografisch die Milchstraße völlig neu entdecken. Hier beschränkt nicht ein von der Lichtverschmutzung herrührender Grauschleier des Himmelshintergrunds die Belichtungszeit, hier beginnen eher die hellen Sternwolken im Bild auszubrennen... ;-)

Und man hat vielleicht einige Orientierungsprobleme: den Kleiderbügel-Sternhaufen (Collinder 399) muss man schon suchen, weil selbst das Great Rift noch mit Sternen übersät ist.

Das zentrale dunkle Staubband unserer Heimatgalaxie ist keinesfalls homogen, sondern in ihm finden sich noch zarte Abstufungen, was auch zu erwarten ist, denn die in den Staubmassen geborenen Sterne hellen vielerorts die Dunkelnebel ein klein wenig auf. Eindeutig kann man das sicher nur fotogtafisch nachweisen, aber bei richtig gutem Himmel ist auch visuell auffällig, dass das Great Rift ("Großer Riss") nicht ganz so dunkel wirkt, wie der Nördliche Kohlensack - denn dieser ist eine Dunkel- wolke, die uns etwas näher steht und deren zentraler Teil faktisch vollständig das Licht der hinter ihr befindlichen Sterne absorbiert.

Website des Fotografen: www.michael-moeckel.de
Great Rift
Der Nördliche Kohlensack
 

Nördlich von Deneb fällt dem bloßen Auge eine scheinbar sternleere Region auf: es ist die wohl deutlichste Dunkelwolke der nördlichen Milch-straße (im nebenstehenden Bild ist Norden links). Gemäß ihrem Pendant im Kreuz des Südens wird sie als Nördlicher Kohlensack bezeichnet. Wobei das Sternbild Schwan nicht nur der Geometrie seiner Haupsterne sowie dieser Dunkelnenbel-Analogie wegen den Titel "Kreuz des Nordens" verdient hat, sondern auch, weil seine hellen Sternwolken zumindest ein bischen an den Glanz des Südhimmels erinnern.

Der ~ 1800 Lichtj. entfernte Nördl. Kohlensack ist sehr eindrucksvoll, vorausgesetzt, man steht unter einem richtig gutem Himmel (mindest. Bortle 2). Bei mäßigen Bedingungen (wie fast überall in D) wird man höchstens eine seitliche Einbuchtung der Milchstraße erkennen. In den Jeßnigker Nächten dagegen hatte es, wenn man längere Zeit diese Region betrtachtete, irgendwie etwas düsteres, bedrohliches an sich: rundum (also auch außen) der helle Milchstraßenhimmel und mittendrin ein schwarzes Gebiet, als ob der Himmel dort ein Loch hätte...

Gut erkennbar war visuell, wie natürlich auch hier auf Michas Bildern, der Intensitätsunterschied zum nicht ganz so dunklen Gebiet südlich vom Deneb, welches mitunter auch als Nördl. Kohlensack bezeichnet wird.
Nördlicher Kohlensack
Nach diesem astrofotografischen Prolog, welcher ja 3 Tage vor dem eigentlichen Treffen stattfand, nun zu Impressionen, Beobachtungs- und Messergebnissen vom 1. AstroTreff Schwarze Elster (ATS) vom 24. - 26. April 2009 in Jeßnigk.
Als erstes ein Bild vom Beobachtungscamp am Samstag Abend:

An beiden Tagen/Nächten kamen insgesamt 14 Besucher, wobei mehrere deutsche Mundarten und alle Altersgruppen - von Mitte 20 bis Mitte 60 - vertreten waren. Steffi Lake aus Wittenberg brachte weiblichen Charme in unsere Beobachterrunde, Bernhard Engeser aus Burgdorf bei Hannover hatte mit über 300 km die weiteste Anreise. Zahlreiche weitere Bilder + Beobachtungsberichte sind auf der Seite von Andreas Schnabel zu finden, siehe ›› HIER - im folgenden wenden wir uns hier nun dem nächtlichen Treiben des 1.ATS zu.
An diesem Wochenende herrschten fast perfekte Wetterbedingungen, die SQM-Mittelwerte erreichten 21,75 mag/arcsec2 und einige wirklich bemerkenswerte visuelle wie auch astrofotografische Beobachtungen waren möglich. Selbst Alpenprofi Bernhard fand den Herzberger Himmel "einfach sensationell" - siehe dazu unten mehr...
Am Freitag Abend fand im Sportlerheim eine größere Feier statt, an der viele Jeßnigker teilzunehmen pflegten, weshalb zunächst die Straßenbeleuchtung des kleines Ortes noch eingeschaltet blieb. Sonst erlischt das Licht um 23:00 Uhr (außer zur HTT-Zeit - da geht es gar nicht erst an). An jenem Abend jedoch brannten die (wenigen) Jeßnigker Laternen bis 01:00 Uhr - wobei dadurch einige Nachtaufnahmen entstanden, die die Brillianz des Sternhimmels im Vergleich zu den etwas beleuchteten Bäumen und Gebäuden auf besondere Weise widerspiegeln:
Jessnigk am frühen Freitag Abend
Ganz links im Bild sieht man Dietrichs Technik-Mobil, in der Mitte - links unterhalb des angeleuchteten Baumes - steht Peter gerade an Bernhards 18" GoTo-Dobson. Es war das größte Instrument auf der Beobachterwiese und ist ein in jeder Beziehung feines Teil: optisch, mechanisch wie auch elektronisch.
Am Samstag Abend herrschte dann aber von Anfang an astronomenfreundliche Dunkelheit in Jeßnigk, ein herzliches Dankeschön an den Ortsbürgermeister sowie auch an die Pension Jericho und den langjährigen HTT-Wirtsleuten Petra + Roger Franke für die Unterstützung und Umrahmung unseres Events.
Glanzvolle Milchstraße über dem Nordhorizont
Nachfolgend nun zunächst einige über dem völlig abgedunkelten Dorf entstandene Aufnahmen der flach über dem nördlichen Horizont positionierten Milchstraße. Diese erschien trotz ihrer nur geringen Höhe als ein glanzvolles, silbernes Band, was die hervorragenden Beobachtungsbedingungen unter Beweis stellte. Diese Bilder sind kaum bearbeitet - und sollen in etwa den visuellen Himmels- anblick des optimal dunkeladaptierten Auges verdeutlichen (was natürlich je nach Monitoreinstellung schwierig ist...):
© Ralf Hofner
Berlin steht von Jeßnigk aus gesehen genau im Norden (80km Entfernung des südl. Stadtrands, 100km Luftlinie bis Berlin Mitte), kann aber insbesondere bei trockener und staubarmer Luft nur wenige Grad über dem Nordhorizont Schaden anrichten. Im tiefen Süden Brandenburgs ist dieser Lichtmoloch zum Glück in sicherer Entfernung, was auch im folgendenden Ausschnitt aus dem oberen Panoramabild deutlich wird:
© Ralf Hofner
Links unten, knapp über den Baumkronen, ist M 31 zu erkennen - oben die Milchstraße mit den eindrucksvollen Dunkelwolken in Cygnus und Cepheus. Visuell war besonders der Nördliche Kohlensack (oben im Bild links von Deneb) eindrucksvoll: da die Milchstraße ja sehr breit ist und dadurch das Himmelsgewölbe in bis zu in 30°...40° Distanz zum galaktischen Äquator leicht aufgehellt wird, wirkt er an einem sehr dunklen + klaren Himmel wirklich wie ein großes, diffuses, rabenschwarzes Loch (!!) - zugleich ist er eindeutig dunkler als die übrigen Dunkelgebiete im Milchstraßenband!.

Nachfolgend nun ein Blick in die entgegengesetzte Himmelsrichtung.
Der Gegenschein
Gegenschein in Jessnigk
Visuell konnte ich ihn nicht zweifelsfrei identifizieren, hatte dafür allerdings auch kaum Zeit und Mühe investiert - in jedem Fall ist ein sehr blasses und zugleich sehr diffuses Objekt in nur 26° Höhe schon außerordentlich schwierig, man hätte wohl eine Taukappe o.ä. vor die Augen halten und damit die rechts unterhalb stehende Herzberger Lichtglocke ausblenden sollen - diese ist rechts unten im Bild mit ihren nordöstl. Randbereich schwach erkennbar und störte visuell hier sicher ähnlich wie im Fernrohr M 81 bei Holmberg IX, jene Zwerg- galaxie wurde auch erst zweifelsfrei sichtbar, als wir in Bernhards Dob das Naglerokular gegen das Carl Zeiss 16mm Ortho mit dem kleinen, nur 40° umfassenden Gesichtsfeld ausgetauscht hatten (siehe unten)...
Aber egal, es kommen weitere Gelegenheiten für den Gegenschein - im September z.B. bei dann immerhin fast 40° Horizontdistanz.
Hochauflösende Astrofotografie mit kleineren Optiken
In Zeiten der digitalen Bildgewinnung und -verarbeitung sind mit kleiner Fernrohröffnung mittlerweile Aufnahmen möglich, die in dieser Brillianz früher selbst an ganz großen Instrumenten schwierig gewesen wären. Das trifft nicht nur auf die Planetenfotografie zu, auch im Deep sky-Sektor sind interessante Ergebnisse möglich, im nachfolgenden nun unsere astrofotografische Ausbeute des Wochenendes.

Mit Michas Farb-CCD-Kamera (Starlight Xpress SXV-M25C: 7 x 120 sec, 10 x 35 sec) und meinem Intes 6"-Maksutov-Newton nahmen wir den Kugelsternhaufen M 5 auf, "versehentlich" war visuell noch die zuvor benutzte Saturnvergrößerung (~ 300x) eingestellt, Michael ließ das Instrument zu M5 fahren, wir schauten ins Okular, ob er gut mittig positioniert war und - waren beeindruckt: in der klaren und auch extrem ruhigen Luft konnte man einen fast völlig aufgelösten Kugel- sternhaufen erkennen, bis ins Zentrum hinein glitzerte eine Unmenge von Sternen! Obwohl die hellsten von ihnen kaum mehr als 13mag erreichen, hatte man einen grandiosen Anblick!
Mit 6 Zoll habe ich so noch nie einen Kugelsternhaufen gesehen! (jedenfalls nicht in Mitteleuropa) - Nun, es ist ja auch extrem selten, dass transparente Luft mit sehr gutem seeing kombiniert ist.

Da der Herr der Ringe gerade im Text erwähnt wurde, werfen wir zwischendurch mal einen Blick ins Sonnensystem:
Saturn im Intes MN-61
Freitag Abend (und zuvor am Dienstag) herrschte bestes Planetenseeing, Samstag wollten wir dann in Bernhards 18-Zöller den Saturn mit Dione-Vorübergang im Camcorder filmen, leider war an diesem Abend die Luft sehr unruhig. Deshalb ist hier nur die zuvor mit dem 6" Maksutov-Newton gewonnene Aufnahme (Mittelbild aus 4.000 Videoframes) zu sehen.

Und nun zurück in die Tiefen des Universums, denn das Frühjahr ist Galaxienzeit.
Leo Triplett
Leo Triplett
Das Leo-Galaxientriplett im 5"Apo (William Optics FLT 132), 11 x 360 sec mit
der SXV-M25C belichtet.  © Michael Möckel.
M82 im 6 Zoll Maksutov
Details im Inneren der Starburstgalaxie Messier 82. - Der Aufnahme ist anzusehen, dass Samstag nicht mehr das Seeing der Vortage herrschte, mit einem soliden Sechszöller ist jedenfalls noch mehr Auflösung drin.

Außerdem beobachteten wir visuell natürlich eine Vielzahl von Objekten, mir ist der Anblick von M 51 in Peters C8 noch gut in Erinnerung, unglaublich deutlich und mit vielen Details, die man sonst bei aufgehelltem Himmel selbst mit viel größeren Optiken nicht sehen kann. Gerade bei Galaxien, wo Nebelfilter nutzlos sind, ist ein guter Standort, ein richtig dunkler Himmel durch nichts zu ersetzen. Auch Steffi war in Jeßnigk von ihrem kleinen Refraktor beeindruckt, bei optimalen Bedingungen 'gewinnt' jedes kl. Fernrohr einige Zoll Öffnung hinzu...
Der Alpenprofi macht den Holmberg-Test ;-)
Bernhard Engeser kann auf Jahrzehnte Beobachtungspraxis zurückblicken. Er war schon häufig in den Alpen und wollte es bei seiner zweiten Reise ins HTT-Land wissen. Deshalb hatte er es diesmal auf Objekte abgesehen, die selbst unter Hochgebirgsbedingungen als schwierig gelten. Seinem umfangreichen Bericht möchte ich nicht vorgreifen, aber einige meiner Beobachtungen mit seinem 18-Zöller hier schildern:

Holmberg I
... liegt in der Nähe von M82 und war für mich persönlich das schwierigste Objekt dieser Serie. Bei allen Holmberg-Beobachtungen habe ich absichtlich vorher keinen Blick auf Bernhards Aufsuchkarten geworfen, denn bei grenzwertigen Eindrücken könnte auch mal der Wunsch der Vater des Gedanken werden. Da Bernhards Dobson sehr gut positionierte, musste das Zielobjekt eigentlich immer relativ mittig im Okular sein... und wenn man dann genau an der richtigen Stelle etwas in der richtigen Größe und Form schimmern sieht, sollte man sicher sein, dass Teil wirklich zu sehen.
Nach ca. 30 sec Suchen im Okular war im indirekten Sehen Holmberg I eindeutig auszumachen. Ich beschrieb während des ins Oku-Blickens Bernhard Lage und Größe - und er meinte: genau da ist sie auf der Karte. Auch er konnte sie dort indirekt halten und meinte (wie in den beiden Nächten noch öfter); "Das ist sensationell!" und ging zu seinem Diktiergerät...

Holmberg IV ... liegt auch im Großen Bären, unweit von M 101 und war für uns ein vergleichsweise leichtes Objekt. Die Spindel fällt schon nach wenigen Sekunden Suchens im Okular auf und ist auch direkt zu sehen, zumindest blickweise.

Holmberg IX Die Zwerggalaxie gilt als eines der visuell anspruchvollsten Objekte überhaupt und ist ein Begleiter von M81, weshalb mich Bernhard um ein gutes Planetenokular (mit kl. Gesichtsfeld) bat (mein altgedientes Zeiss 16mm Ortho wird sich gewundert haben, was es neuerdings so für Zeug vorgesetzt bekommt ;-)) - und siehe da: Holmberg 9 war indirekt eindeutig zu erkennen. Auch andere Beobachter unseres Camps bestätigten dies. Der Bildeindruck ist vielleicht etwas nachvollziehbar, wenn man auf das nachfolgende, fast zeitgleich entstandenes Foto von M81 schaut:
M81, Holmberg IX, © Michael Möckel
M 81 und Holmberg IX im 5" Apo  © Michael Möckel.

Fotografisch ist das Objekt sogar schon bei mäßigem Himmel erfassbar: unsere Aufnahme vom Triebenberg-Observatorium der TU Dresden (fst max. 5,5mag) kann für andere Beobachter vielleicht auch als Aufsuchkarte dienen:
Holmberg IX im 24-Zöller, © Ralf Hofner.
Holmberg IX im 60cm-Spiegel (f/4) der TU Dresden...
... bei dieser großen Öffnung werdem M 81 und sein Begleiter fotografisch natürlich schon teilweise in Einzelsterne aufgelöst - ausführ- liche Infos zur Aufnahme (Instrument, Kamera...) findet man HIER.   -   Visuell ist bei sehr gutem Seeing und hoher Vergrößerung sicher auch ein Blick auf die entfernte Hintergrundgalaxie (linker Pfeil im Bild) interessant...

Mit Holmberg IX werden wir uns auf alle Fälle weiter befassen: wie gut kann die schwache Zwerggalaxie mit kl. Optiken fotografiert werden?... ist sie bei Verwendung von noch kleiner Gesichtsfeldblende einfacher zu sehen? ... vielleicht sogar mit deutlich weniger Öffnung als Bernhards 18"? - schau'n wir mal...

Und hier geht es zu Bernhards umfangreichen (visuellen) Beobachtungsbericht von diesem Wochenende:
›Deepsky-Paradies‹ Südbrandenburg - Mythos oder Realität ?
SQM - Messungen
Gemeinsam hatten wir im Beobachterlager 3 Instrumente zur Verfügung, ein classisches SQM (Bernhard) und zwei SQM-L (mimo + RH.). Einige unserer Messergebnisse könnten von allgemeinem Interesse sein.

Das Zodiakallicht wirkt sich messbar aus
Obwohl der abendliche Zodiakallichtkegel Ende April schon etwas flacher steht, beeinflusst er die SQM-L-Messungen sogar im Zenit! Freitag und Samstag und auch am vorherigen WE (Sonntag bis Dienstag-Nacht) stiegen die SQM-Werte bis 01:00 Uhr CEST kontinuierlich an, blieben bis ca. 03:30 Uhr konstant um dann mit der beginnenden astronomischen Dämmerung wieder zu fallen. Die Differenz lag im Zeitraum 0:15 Uhr - 01:00 Uhr konstant in allen 5 Bächten bei 0,03 mag/arcsec2, un 23:00 betrugt die Abweichung jeweils 0,1mag.
Nicht viel, aber wer die Bestwerte eines Standorts ermitteln möchte, sollte diesen Fakt berücksichtigen, vor allem in südlichen Gefilden, wo der Zodiakallichtkegel viel steiler in den Himmel hineinragt.

Gute Übereinsimmung unserer drei SQMs
Alle 3 Messgeräte korrelierten recht gut miteinander: die beiden SQM-L zeigten voneinander null Abweichung im Mittelwert und auch Bernhards SQM war - zu den Zeiten als Zodiakallicht und Wintermilchstraße im NW abgesunken und die Sommermilchstraße im NO noch nicht hoch stand - fast identisch mit unseren SQM-L-Werten.

Beste Mittelwerte 21,7 bis 21,75
Bernhard maß als besten Mittelwert 21,7 - er meinte, dies noch nirgendwo erreicht zu haben. Schneebedingt war er seit Anschaffung des SQM stets nur im Spätsommer/Frühherbst in den Alpen, wo jahreszeitlich die Milchstraße die Messungen massiv beeinflusst.
Dies wurde auch hier deutlich, in der Fr-Nacht konnte ich gegen 03:00 mit 21,74...75 die bislang höchsten Zahlen für Südbrandenburg ermitteln, aber hier stand die Milchstraße schon teilweise im Messfeld des SQM ohme Linse, dessen Messwerte zunächst 0,05 und dann schließlich 0,1 mag niedriger waren.

Vergleich 21,5er und 21,7er Himmel innerhalb einer Stunde !
Nach der fantastischen Freitagnacht reisten die meisten Beobachter (außer Bernhard und Dietrich) erst am Samstag an und ich ärgerte mich zunächst sehr, dass hohe dünne Schleierwolken am Himmel standen. Auch wenn die sich mit Beginn der Nautischen Dämmerung in der veränderten Thermik der höheren Luftschichten weitgehend auflösten, die Transparenz blieb gebremst, die Milchstraße war im Norden über Berlins Lichtglocke kaum mehr zu erkennen, Dietrich meinte: "Gestern sah man. das die Cassiopeia inmitten des Milchstraßenbandes steht, heute sieht man das nicht!" - Die SQMs maßen zunächst nur Werte knapp über 21,5...
... doch dann kam nach 01:00 Uhr plötzlich der Südostwind (des Vortages) zurück und fegte den Himmel blank:
Himmelsqualitäts-Vergleich, © Ralf Hofner
Innerhalb kurzer Zeit gewann der Himmel, vor allem die Milchstraße an Brillianz, eindrucksvoll war insbesondere die Gegend um den Nördlichen Kohlensack, der stand plötzlich wieder wie ein diffuses schwarzes Loch am Himmel...
Deutlich wurde: wenn das SQM gute Werte anzeigt, dann ist der Himmel auch von der Transparenz her gut!
Die gelegentlich in Diskussionsrunden vertretene Ansicht, dass diese Mesgeräte nur etwas über die Dunkelheit (Lichtverschmutzung) eines Standorts aussagen würden - aber angeblich keinerlei Rückschlüsse auf die Transparenz und Brillianz des Himmels zuließen, ist so nicht haltbar - besonders wenn man innerhalb einer Nacht erlebt, wie mit aufkommendem Wind plötzlich ein zarter Grauschleier vom Firmament gerissen wird.
Die SQM-Werte erreichten am Sonntagmorgen gegen 02:30 mit 21,73 fast die höchsten Mittelwerte der vorherigen Nacht. Andreas bestimmte die visuelle Grenzgröße mit 7mag zeigte auch mehreren Mitbeobachtern die betreffenden Sterne unweit vom Kastens im Kleinen Wagen.
Romantische Impressionen...
Zum Abschluß noch ein paar wunderschöne Stimmungsbilder, die im Bericht von einem für alle Teilnehmer unvergesslichen Wochenende einfach nicht fehlen dürfen.  Als erstes 2 abendliche Stimmungsbilder von Stefan Simon:
2 mal M © Stefan Simon
3 mal M © Stefan Simon
Merkur + M 45 (und letzte Schleierwolken) am Samstag Abend
Sonntag Abend gesellte sich noch der Mond hinzu  © Stefan Simon.
18z plus And
Bernhards Dobson unter der tief stehenden Andromeda am Nordosthimmel.
Skorpion
Der Skorpion geht über dem Schappin'berg' auf.
Morgengrauen

Mit der Morgendämmerung kehren die Schleierwolken zurück, aber zunächst nur im Nordosten, wo die Sonnenstrahlen bereits die höheren Atmosphärenschichten erreichen - im Südosten dagegen (siehe nächstes Bild) bleibt der Himmel anfangs noch klar:

Jupiter im SO
Der Jupiter hat tief im Südosten Position bezogen.
Venusaufgang © Andreas Schnabel
Venusaufgang über den Dächern des schlafenden Jeßnigks am frühen Sonntagmorgen.

Fazit: ein Wochenende, das viel Lust auf mehr machte. Tolle Bedingungen, nette Leute, prächtige Stimmung - viele weitere "Astrotreffs Schwarze Elster" werden folgen. Schau'n wir mal, was Petrus uns zum Mai-Neumond anbieten wird...


Und hier geht es zur ATS Übersichtssseite mit den Links zu den Berichten aller bislang stattgefundenen "Kleinen HTT" in Jeßnigk.

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