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Vergleiche der Nachthimmels - Qualität

Nachfolgend einige Fisheye-Aufnahmen (unbearbeitete Bilder des Gesamrhimmels) - stets identisch mit derselben Kamera belichtet (f/2.8, ISO 800, 3 min, ohne Nachführung) - vom Leiter der VdS-Fachgruppe DARK SKY Dr. Andreas Hänel [ www.lichtverschmutzung.de]. Diese Fotoserie wird laufend fortgesetzt und ist sicher eine interessante Ergänzung zu den (gleichzeitig erfolgten) SQM-Messungen.
Die obere Bilder-Reihe entstand unter jeweils etwas dunstigen atmosphärischen Bedingungen - die Fotos von Brocken und SW-Brandenburg sogar an einem Tag - innerhalb von 20 Stunden bei gleicher Großwetterlage, insbes. bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit (über 90%) - hier zeigt sich anschaulich, dass die deutschen (Mittel)-Gebirge durch "unsanften" Tourismus (oder durch sie umgebende Groß- und Mittelstädte) vielerorts merklich lichtverschmutzt sind - und da nutzt dann auch die Höhenlage wenig...
... und gerade bei schlechterer Luft - mit z.B. Dunst + Schleierwolken - wird die Licht-Beeinträchtigung der Nachthimmelsqualität am deutlichsten sichtbar, sind also die verschiedenen Beobachtungsorte qualitativ am besten vergleichbar:                      - Zur vollen Auflösung und für weitere Informationen bitte in die Bilder klicken -






 Der Himmel über der Schwäbischen Alb - bei wohl
 ähnlichen atmosphärischen Bedingungen wie in den
 Fotos rechts daneben und daher gut vergleichbar...
 - im NW sieht man die helle Lichtglocke Stuttgarts.


Der Brocken im Harz, 1.142m ü.NN - Aufhellung des
Horizonts ringsum mit Lichtglocken verschiedener
Städte - merklicher Grauschleier bis zum Zenit.
Das Bild nahm Dr. Hänel auf der Rückfahrt vom HTT
bei gleicher Großwetterlage auf...


 Der Himmel über Südwest-Brandenburg (HTT)
 - ebenfalls mit Wolkenschleiern und feuchter Luft -
 jedoch macht die geringe Bevölk.dichte (im Umkreis
 von 70 km keine Stadt über 50.000 Einw.!) trotzdem
 recht gute Beobachtungsbedingungen möglich.






 Sternhimmel über Montsec in den Pyrenäen - eines
 der dunkelsten Gebiete Kataloniens - leider mit
 extremer Aufhellung des gesamten Südhorizonts, die
 einem Sternfreund geradezu das Herz bluten läßt...

 Am St. Andreasberg im Harz, 725 m ü.NN, ist die
 Himmels-Aufhellung auch recht markant - möge es
 dem engagierten Verein des STATT gelingen, die
 Situation zu verbessern...

 Das Firmament über dem beantragten Sternenpark
 Westhavelland - dieser gute Flachlandhimmel (in
 W-Brandenburgs) wurde etwa zur gleichen Sternzeit
 wie im links nebenstehenden Bild aufgenommen.


Über 7 min Belichtung des Himmels:     ... über dem HTT 2013     ... und am TOP-Standort Lastovo in Kroatien:

Achim Kämper, ein engagierter Beobachter aus Niedersachsen, weilte bereits mehrmals auf der kroatischen Mittelmeerinsel Lastovo wie auch hier in Jeßnigk beim HTT. Er fertigt seit einiger Zeit von verschiedenen Beobachtungsorten nachgeführte Fisheye-Aufnahmen mit langer Belichtungszeit an, um die jeweiligen Himmels- bedingungen zu dokumentieren.
Achim hat uns dankenswerter Weise eine Reihe seiner Fotos zur Verfügung gestellt.
Zur Information der HTT-Besucher - aber auch für unser DARK SKY Projekt sind diese (mit gleichen Belichtungsparametern erstellten) Bilder sehr interessant.
Die obere Bildreihe zeigt den HTT-Himmel zu 2 verschiedenen Zeiten im Vergleich zu Lastovo. Deutlich sieht man im linken und mittleren Bild die (in Deutschland wohl nirgendwo völlig zu umgehende) hotrizontnahe Lichtverschmutzung. Allerdings wird auch deutlich, dass man den Sternhimmel Südwestbrandenburgs zumindest mit dem eines exponierten Beobachtungsplatzes vergleichen kann - und - dass er in mittleren und größeren Azimutgraden durchaus auch höhreren Ansprüchen genügt.
Man bedenke:

die Aufnahmen wurden bei voller Blendenöffnung und 800 ISO immerhin 6 - 7,5 min belichtet!

 

Qualtätsvergleiche zenitnahen Himmels: Süd-Brandenburg - Lastovo.
 
Auch wenn z.Z. leider keine Fotos mit ähnlicher Belichtungsdauer und gleicher Sternzeit (= analoger Milchstraßenpostion am Himmel) verfügbar sind, zeigen die beiden Milchstraßenausschnitte - insbesondere die kreisrunden, etwas heller darstellten Bereiche - höchstens marginale Qualitätsunterschiede. Natürlich ist das mediterrane Firmament in Horizontnähe merklich klarer, außerdem zeigt es auf Grund seiner geografischen Breitenlage selbstverständlich die Gebiete des Südlichen Sternenhimmels deutlich besser   -  möge also diese Trauminsel den Astronomiefreunden in nah und fern erhalten bleiben!   -   Und natürlich belegen diese Fotos auch, dass es sich lohnt, die Himmslsqualität im Land der Schwarzen Elster mit einem SternPark gegen die (fast überall immer mehr ausufernde) Lichtverschmutzung zu verteidigen.
 
In der Astrofachzeitschrift interstellarum war neulich zu lesen:
"Ein dunkler natürlicher Sternhimmel ist heute selbst im Hochgebirge ... nicht mehr zu erleben" [1]
Die 3 Pünktchen (...) im Zitat beziehen sich auf ein dort gezeigtes Bild vom Schweizer Furkapass, noch gravierender scheint die Situation am Gornergrat zu sein - man klicke bitte - zur Großansicht mit weiteren Informationen - in die nachfolgenden kl. Fotos:
 
Am Gornergrat
Am Gornergrat
Am Gornergrat
Am Gornergrat
Am Gornergrat

Der 3.135 m ü. NN.liegende Gornergrat im Süden der Schweiz könnte ein Eldorado der europäischen Astronomie sein:
er ist (im Gegensatz zu den anderen hochalpinen Beobachtungsorten) problemlos das ganze Jahr über - da mit der Bahn - erreichbar... und liegt oft über den Wolken (mit ~ 300 Sonnentagen im Jahr und dementsprechend vielen klaren Nächten) ...
... jedoch insbesondere das 120 km entfernte (!!) Mailand projiziert mehr Licht in den Himmel als z.B. bei uns das 3 x größere Berlin (!) und verschlechtert die Qualität des Nachthimmels erheblich. Zudem streuen vor Ort das Berghotel mit zwei (nicht mehr wissenschaftlich tätigen) Sternwarten und nächtliche Wintersport- aktivitäten einiges Weisslicht in die Landschaft  ...mehr  [2],[3]

Aktuelle, z.T. erschreckende Bilder über die zunehmende Lichtverschmutzung in den Alpen findet man hier.

Der gute Flachlandhimmel in den großstadtfernen Gebieten östlich der Elbe ist also deutlich besser als in vielen Gebirgslagen Mitteleuropas.
Dieser Satz möge von gern im (Hoch)gebirge beobachtenden Sternfreunden bitte nicht falsch interpretiert werden - sondern er ist vor allem für uns (auch gegen- über Dritten) ein wichtiger Aspekt, die Errichtung von lukrativen Sternparks im Flachland zu begründen.


Um jedoch keinen einseitigen - und damit falschen - Eindruck entstehen zu lassen:
es gibt natürlich auch in den Bergen gute Plätze für anspruchsvolle Astronomie, die es - angesichts der jährlich um ca. 5% steigenden Lichtverschmutzung (!) - zu verteidigen lohnt, nachfolgende Fotos zeigen Beispiele hervorragenden Gebirgshimmels - in Mitteleuropa - sowie danach auch von südlichen Gefilden:

Gegenschein im Hunsrück

Beobachtungen auf der Edelweißspitze

 Der Gegenschein am Frühlingshimmel im Hunsrück.
 Gute Beobachtungsbedingungen findet man z.B. in den (Mittel)gebirgslagen v.
 Rhön, Hunsrück, Fichtelgebirge, im südl. Bayrischen Wald ... auch hier sollten "Natuschutzgebiete für Sternlicht" entstehen...


 Besten Hochgebirgshimmel bieten die exponierten österreichischen Standorte
 in den Alpen - das (unbearbeitete Einzel) Bild zeigt einen Beobachtungsabend
 auf der Edelweißspitze am 31. Okt. 2011 - leider sind die Hochalpen nicht ganz-
 jährig nutzbar und meteorologisch oft schwer zu prognostizieren.

Einfach traumhaft - der Sternhimmel im tiefen Süden:
La Palma
Australien
Namibia
Nordchile
La Palma
Australien
Namibia
Chile

Mit dem Klick in die Vorschaubilder geht es zur Großversion mit weiteren Informationen und Links.

 
Damit wir nicht in 10...15 Jahren regelrecht gezwungen sind, an ferne Orte weit außerhalb Europas zu reisen, um noch einen halbwegs guten Sternhimmel sehen zu können, mögen sich jetzt alle Naturfreunde gemeinsam für Sternenparks in allen gegenwärtig noch günstigen Regionen unseres Kontinents stark machen!



Literaturverzeichnis:
[1] Dr. Andreas Hänel, Christian Reinboth:  Wo Sternlicht unter Naturschutz steht
     Zeitschrift Interstellarum, Heft-Nr. 80, S. 12 ff.
[2] Michael Kunze:  Reise-Bericht Gornergrat (2004), www.michaelkunze.de
[3] Norman Görlitz:  Reise-Bericht Gornergrat (2011) auf astronomie.de
 

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